Lost Places: Badeanstalt

Der heutige Beitrag zeigt einen verlassenen Ort, der eigentlich gar nicht richtig verlassen ist. Jedoch gibt es hier immer noch diesen morbiden Charme, der mir bei der Fotografie von verlassenen Orten so wahnsinnig gefällt. Was beeindruckend war, obwohl das Stadtbad gut 18 Jahre sich selbst überlassen war, findet man fast überhaupt keinen Vandalismus. Meinen Besuch habe ich bei den FREISCHWIMMERN e.v. ganz offiziel gebucht und habe sehr viele Motive gefunden und einige Bilder mitgebracht.

Vor über 130 Jahren war ein eigenes Badezimmer in der Wohnung längst keine Selbstverständlichkeit, dieses war vor allem der Oberschicht vorbehalten. Wie es zu dem ersten Stadtbad für den einfachen Bürger im damaligen Preußischen Reich kam, ist eine ganz eigene Geschichte. Die Stadt Krefeld wollte seinerzeit das Landgericht in die Stadt holen, dies wurde jedoch vom preußischen Justizministerium mit der Begründung abgelehnt, dass die Krefelder nicht einmal eine Badeanstalt besäßen, in der sie wenigstens einmal pro Woche richtig waschen könnten, wie sollte man schmutzig über Recht und Ordnung entscheiden? Und so entschied man sich, mehr oder minder auch aus Trotz gegenüber der Obrigkeit, eine prächtige Badeanstalt zu errichten. Die Stadträte empfahlen den Bau einer Anlage, bei der man nicht sparen dürfte. Urspünglich sollten die Baukosten 200.000 Mark betragen. Am Ende verfünffachten sich die Baukosten fast.

Die Ausstattung war erstklassig: es gab ein getrenntes Schwimmbad für Herren und eines für Damen sowie Dusch- und Wannenbäder in drei verschiedenen Klassen bis hin zum so genannten „Kaiserbad“, einem luxuriösen Salonbad. Das ebenso luxuriöse irisch-römische Bad mit Dampfbad und Sauna war aufgrund seines Eintrittspreises nur der wohlhabenden Oberschicht vorbehalten. Hier konnte man schwitzen und sich von einem Masseur behandeln lassen. Eine medizinische Bäderabteilung mit Wannenbädern war auch vorhanden. Bei der Eröffnung hielt man das Krefelder Stadtbad für die schönste, prächtigste und luxuriöseste Badeanstalt im Deutschen Reich. Alle Fliesen kamen aus derselben Fabrik, die über zwei Jahre benötigte, um das Material zu produzieren. Die Fliesen und die daraus hergestellten aufwändigen Mosaiken gehörten zu den teuersten, die man seinerzeit kaufen konnte. Sämtliches Material wurde fugenlos verlegt, die wenigsten der heutigen Fliesenleger beherrschen noch diese Technik. Für jede Umkleidekabine wurde ein Kristallspielgel mit Eichenrahmen angeschafft. Die Möbel in der ersten Klasse waren aus Eichenholz, die der zweiten Klasse waren aus Kiefernholz. Auf den Fußböden hatte man Kokosmatten ausgelegt um die Rutschgefahr zu mindern. Zur Eröffnung 1890 schwärmte die Crefelder – damals noch mit C – Zeitung: „Die ganze Ausstattung ist bis in die kleinste Einzelheit so schön, prächtig und gediegen und so zweckmäßig, dass man nach der Besichtigung über die Höhe der Kosten des Stadtbades durchaus nicht mehr in Erstaunen gerät.“

1897 wurde die Brausenabteilung eröffnet. Das Duschen für 10 oder 25 Pfennig wurde ausgiebig genutzt.

Quelle: Wikipedia

Viel Spaß beim Anschauen der Bilder. Das komplette Album findet Ihr auf meiner Seite: www.smartphoto78.de

Lost Places- Silo

In direkter Nachbarschaft zum Hafenbecken liegt dieser historische verlassene Ort. Der U-förmige Bau bestehend aus dem ehemaligen Mühlengebäude der Rogen- und Gerstenmühle und einem turmartigen Speichergebäude aus den Jahren 1911-1916. Das Gelände stand immer noch auf meiner Liste der Orte, welche ich bisher nur teilweise erkunden konnte. Doch an diesem Tag im August waren sämtliche Türen geöffnet und mir boten sich wieder zahlreiche neue Motive. Beeindruckend waren die Mühlen und vor allem die Treppenhäuser mit einer Ein-Personen-Paternoster. Etwas derartiges habe ich zuvor noch nicht gesehen. Für mich als Mensch mit Höhenangst war die Erkundung der oberen Etagen eine echte Herausforderung. Zuerst Steintreppen, dann folgten Holztreppen, zwischendurch Stahltreppen und zu guter Letzt ging es über eine wackelige Holzkonstruktion in das Turmzimmer. Aber belohnt wurde ich mit einem unglaublich tollen Ausblick. Viel Spaß beim Anschauen der Bilder.

Das komplette Album wie immer auf meiner Seite: http://www.smartphotos-verfallene-orte.de/Industrie-und-Arbeit/Verfallene-Industrieanlagen/Getreidesilo/index.php/

Das Dachgeschoss
Lüfter
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Lost Places – Silo

Lost Places: Die klosterhafte Suchtklinik

Den verlassenen Ort, den ich Euch heute vorstellen möchte, zeigt ein ehemaliges Kloster der Missionare vom Heiligen Herzen Jesu. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. In den ersten Jahrzehnten wurden studierende Philosophen und Theologen aufgenommen. In der Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg diente das Hauptgebäude als Lazarett und Heil- und Pflegestätte für lungenkranke Soldaten. Erst in den Jahren danach wurde die Lehrtätigkeit wieder aufgenommen. Bekanntester Dozent dürfte wohl Josef Ratzinger – „UNSER PAPST“ – gewesen sein. Mitte der 70iger Jahre verlegte der Orden seinen Sitz in ein anderes Gebäude. Das ehemalige Kloster wurde Heim für schwererziehbare Kinder. Viel später diente das rote Backsteingebäude einer Klinik für Suchtkranke. Der Betrieb wurde 2009 eingestellt. Etwas später wurden Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht.

Für mich war es der zweite Besuch, denn ich war 2018 schon einmal vor Ort. Seither hat sich der Schimmel im Gemäuer ausgebreitet. Ich habe ein paar Fotos mitgebracht und im Nachgang etwas mit Lightroom gespielt. Viel Spaß beim Anschauen.

Das komplette Album findet Ihr auf meiner Homepage: http://www.smartphoto78.de

Lost Places – Observatorium

Das fast 140 Jahre alte Observatorium in unserem Nachbarland Belgien wurde 1881-82 von der Universität Lüttich nach Plänen des Architekten Lambert Noppius erbaut. Das Gebäude im mittelalterlichen Stil befindet sich in einem privaten Park, der früher dem wohlhabenden Industriellen Vanderheyden de Hauzeur gehörte. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte waren die Positionsbestimmung von Sternen, die Messung des irdischen Magnetfeldes und die Spektroskopie. 2002 gab die Universität Lüttich das Observatorium auf und überließ es sich selbst, so dass der Gebäudekomplex teilweise verfiel. Das Gelände macht zunächst einen etwas „verwunschenen“ Eindruck. Für diesen faszinierenden Ort gab es leider keinen Zugang. Auch wenn es mir unter den Nägeln und am Auslöser meiner Kamera brannte, gab es nur ein paar Außenaufnahmen. Viel Spaß beim Anschauen.