Archiv für November, 2016

Der Hengsteysee liegt zwischen Hagen, Dortmund Herdecke in NRW und ist einer von sechs Ruhrstauseen. Er wurde Ende der 1920er Jahre fertiggestellt. Am Hengsteysee steht das Köppchenwerk mit der bekannten RWE Landmarke. Es hatte eine Leistung von 132 Megawatt und galt als Erste seiner Art. Bis 1940 war es ein potentielles Angriffsziel im „Ruhr Plan“. Der britischen Luftwaffe gelang bei einem Luftangriff ein Treffer und dabei wurde eine Wasserleitung beschädigt. Um das Köppchenwerk zu schützen wurde es unter Tarnnetzen verdeckt und in der näheren Umgebung waren zahlreiche Flak-Batterien stationiert. Mittlerweile laufen die Pumpen nur noch in dem 2. Werk, welches direkt daneben steht. Es gibt aber Pläne die das denkmalgeschützte Köppchenwerk erhalten.

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Heute habe ich ein paar herbstliche Bilder von einem kleinen verlassenen Bahn-Stellwerk welches im Ruhrgebiet vor sich hin rottet.

Der Westpark in Bochum entstand auf den Hinterlassenschaften der ehemaligen Mayerschen Gußstahlfabrik. Nachdem dort 160 Jahre u.a. Kirchenglocken und später Eisenbahn-Radreifen hergestellt wurden, wurde das Stahlwerk 1985 stillgelegt (bis auf einen kleinen Bereich im östlichen Teil). Im Zentrum des Parks befindet sich die Jahrhunderthalle und der weit sichtbare Wasserturm. Das „Colosseum“ befindet sich am südwestlichen Zugangsbereich des Parks. Auch unter dem Gelände gibt es noch zahlreiche Tunnelsysteme und Bunkeranlagen, welche heute aber nicht mehr zugänglich sind.

Natürlich habe ich auch wieder Bilder gemacht und im Anschluss habe ich noch ein paar alte Aufnahmen des Geländes rausgesucht. Viel Spass beim anschauen:

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Das Gelände der Bahnhofsanlage wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts industriell und gewerblich genutzt. Später vor allem von der örtlichen Schwerindustrie. Mittlerweilse sind die Industriebetriebe und die Gleisanlagen zurückgebaut worden. Heute sind nur noch Umladehallen vorhanden und diese empfand ich schon gigantisch groß und außerdem war es stellenweise stockdunkel. Ich bin sehr froh, dass ich eine Taschenlampe dabei hatte.

Am 24.10.2010 tat sich auf diesem Gelände das schrecklichste auf, was man sich überhaupt vorstellen kann. Was die Besucher morgens noch nicht wussten, war, das sie heute die letzte LOVEPARADE besuchen würden! Junge Menschen die unbeschwert und mit guter Laune im Gepäck zusammen Musik hören und feiern wollten, werden diesen Tag sicherlich niemals vergessen. Der Weg auf das Gelände führte durch einen Tunnel. Im Eingangsbereich staute sich die Masse der Menschen an… Insgesamt wurden über 500 Leute verletzt und in der Folge starben davon 21 junge Menschen. Bis heute dauert das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Duisburg an. Heute erinnern mehrere Mahntafeln und Gedenksteine an diesen schrecklichen Tag.

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Teufbeginn datiert um 1872. Insgesamt besaß das Bergwerk 6 Schächte, wovon die letzte Schicht im Jahr 1968 endete. Bei einer Schachtwetterexplosion kamen 1912 etwa 115 Bergmänner um. Am Schacht 3 befand sich bis 1945 ein Zwangsarbeiterlager welches bis vor wenigen Jahren sogar noch in Teilen erhalten war (natürlich ohne Zwangsarbeiter). Die angrenzende Kokerei wurde bis 1924 betrieben. Die Sanierung der Altlasten dauerte bis 2011!!! Davor lag das Gelände brach. Im Archiv habe ich ein Bild von Schacht 3 aus dem Jahr 1913 gefunden.

schacht-iii-1913

Das Gebäude so ziemlich in der Bildmitte (siehe oben) findet heute in meinem Lost Places Beitrag besondere Bedeutung, denn es ist auch heute noch erhalten. Wobei ERHALTEN das falsche Wort ist. Von den damaligen Glanzzeiten ist nur noch ganz wenig übrig geblieben. Neben dem Gebäude befindet sich noch eine Kaue.

Viel Spass beim anschauen: